HAMBURGER: Ja, guten Tag! Also, . . .

LÜBECKERIN: Guten Tag!

HAMBURGER: Freut mich, dass Sie uns besuchen hier in unsrer schönen Hansestadt. Von einer Hansestadt zur andern.

LÜBECKERIN: Ja, ja, klar, aber ich kenn’ Hamburg nicht so unbedingt. Obwohl das nicht so weit von Lübeck weg ist. Was kann man denn hier machen?

HAMBURGER: Ja, also, vieles. Erst einmal . . . Kommt natürlich drauf an, was Sie machen wollen. Ich kann Ihnen so sagen, was so die . . .

LÜBECKERIN: Ja, was macht ein Tourist, sagen wir mal. Fangen wir mal damit an.

HAMBURGER: Ja, Tourist geht erst mal an die Alster, würd’ ich sagen, und kuckt sich das Rathaus an. Das ist auch sehr hübsch, also ist architektonisch interessant. Die Alster ist sehr hübsch. Es ist so fast wie ein See, innerhalb . . . Wenn Sie segeln, können Sie segeln gehen auf der Alster. Das ist sehr nett. Dann sitzen Sie im Segelboot und kriegen einen schönen Blick auf die Innenstadt.

LÜBECKERIN: Ja, doch, das klingt gut. Vor allen Dingen bei schönem Wetter.

HAMBURGER: Genau! Nur dürfen Sie sich vom Alsterdampfer nicht überfahren lassen, denn sonst . . . Und in der Innenstadt sind sehr viele Geschäfte auch. Also wenn Sie Einkaufsbummel machen wollen, . . .

LÜBECKERIN: Doch mach’ ich gerne, manchmal so Schaufenster ankucken und so.

HAMBURGER: Kann mal so kucken, genau. Nicht unbedingt immer die günstigsten Angebote, aber so schon ganz hübsch. Ja, und dann die andern Standards sind also natürlich der Hafen, ja? Zweitgrößter Hafen Europas.

LÜBECKERIN: Ja, stimmt, stimmt. Der ist achthundert Jahre alt.

HAMBURGER: Ja, so ein bißchen älter noch. Ja, aber neulich hatten wir da den Hafengeburtstag, ja? Zum Hafengeburtstag tuten die Schiffe dann immer. Ja, und dann können Sie eine Hafenrundfahrt machen. Das ist eigentlich schon ziemlich nett. Und einmal die Elbe sehen, den Elbstrand.

LÜBECKERIN: Und die alte . . . Die fahren durch die Speicherstadt durch, nee?

HAMBURGER: Ja, die Speicherstadt, genau, das ist die Altstadt. Können Sie dann auch besuchen, so die alten Warenhäuser sind auch architektonisch sehr reizvoll. Tja, und dann, natürlich--ich weiß nicht, ob das so Ihr Geschmack ist--es gibt so die Reeperbahn, wo . . . Die Beatles haben an der Reeperbahn angefangen.

LÜBECKERIN: Ja, das weiß ich sogar, dass die da aufgenommen haben. Ja, den einen Song: „Komm gib mir deine Hand“, glaub’ ich.

HAMBURGER: „Komm gib mir deine Hand“. Ach so, das wußt’ ich gar nicht.

LÜBECKERIN: „Komm gib mir Deine Hand“ und noch ein anderer. Und das hat mehrere--ich weiß nicht, zehn, zwölf--Aufnahmen gedauert, bis sie das also richtig auf Deutsch haben singen können. Ja.

HAMBURGER: Ja, deutsche Sprache - ist eine schwere Sprache.

LÜBECKERIN: Ja ja, ja ja. Und, so auf der Reeperbahn, das würd’ mich schon mal interessieren. Muss ich da irgendwie besonders aufpassen, oder ist das ziemlich touristisch?

HAMBURGER: Na ja, also wenn Sie . . . Ja, ist ziemlich, schon ziemlich sicher, ziemlich touristisch. Und vor allem so auf der Hauptstraße. Also die Reeperbahn ist so aufgebaut: es gibt also die Hauptstraße, und sehr viele Restaurants, auch . . .

LÜBECKERIN: Da ist doch gleich am Anfang auch das Opernhaus, oder. . . ?

HAMBURGER: Opernhaus? Ja, Operettenhaus. Da spielen sie „Cats“. Ja.

LÜBECKERIN: Ja, stimmt. Ja, okay.

HAMBURGER: Ist nicht die Oper unbedingt, aber . . . Na ja, und bei den Seitenstraßen . . . Die Reeperbahn ist so: Es gibt eben diese Seitenstraßen, wo es finster ist, will nicht unbedingt sagen gefährlich. Aber jedenfalls solange Sie auf der Hauptstraße bleiben, ist sicher kein Problem. Und Sie sehen viele Leute, viel Ausländer, und so. Ist ganz lustig. Nicht, dass ich mich ständig dort ’rumtreibe, aber . . .